#MeineStimmeGegenHass

Die Aktiven Mannschaften und die Fußballabteilung des TSV Ehningen positionieren sich eindeutig gegen Rassismus, Gewalt und Hass.
Sie beteiligen sich damit an der Aktion

#MeineStimmeGegenHass

und haben dafür Plakate entworfen mit denen an die Öffentlichkeit gegangen wird. Die Initiative bewegt sich auf dem nachfolgend beschriebenen Zusammenhang und ist eine Beteiligung am Engagement des Fußballs für Vielfalt und Respekt.

#MeineStimmeGegenHass – unter diesem Motto startet die Deutschlandstiftung Integration gemeinsam mit der Bundesregierung und der Bundeszentrale für politische Bildung eine deutschlandweite Initiative gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung. Der DFB unterstützt die Aktivitäten mit seinen Teams (Männer- und Frauen-Nationalmannschaft sowie U 21) unter anderem mit einer LED-Bande während des Länderspiels gegen die Schweiz, Aufsagern von Nationalspieler*innen und widmet dem Engagement des Fußballs für Vielfalt und Respekt eine eigene Themenwoche.
In den Medien dominieren die Extreme: Musterbeispiele der Integration auf der einen Seite, nicht hinnehmbare Rassismus-Vorfälle auf der anderen Seite. Doch wie repräsentativ sind diese Berichte für den Amateurfußball in Deutschland?
Allgemein lässt sich sagen, dass Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung beim Fußball die große Ausnahme sind. Für die Saison 2019/2020 waren es lediglich 0,45 Prozent aller erfassten Spiele im deutschen Fußballwettbewerb. Dennoch: „Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel – und jeder Vorfall muss aufgearbeitet werden“, sagt der 1. DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch .

„Rassismus, Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz finden. Mehr denn je müssen wir dafür heute allen diskriminierenden und extremistischen Entwicklungen mit vereinter Stimme couragiert entgegentreten“, sagt Günter Distelrath, DFB-Vizepräsident für Qualifizierung und Integration. „Der Fußball kann und muss hier seine Verantwortung wahrnehmen. Er kann Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und der Religion zusammenbringen und auf spielerische Weise Vielfalt und Miteinander fördern. Dafür müssen wir alle gemeinsam eintreten, Haltung zeigen und für diese verbindenden Werte einstehen.“
Vom 8. bis 22. Oktober 2020 führt übrigens auch die UEFA gemeinsam mit dem FARE- Netzwerk, einer internationalen Nicht-Regierungsorganisation (NGO), die sich für Vielfalt und gegen Diskriminierung im Fußball einsetzt, die Aktionswochen #FootballPeople durch, die größte Kampagne für Vielfalt im globalen Fußball. Mehr als 150.000 Menschen aus mehr als 50 Nationen werden während dieses Zeitraums Veranstaltungen und Aktivitäten organisieren, durch die die Stimme gegen Diskriminierung und Ausgrenzung erhoben werden soll.

Für den TSV Ehningen nicht Neues!

Für den TSV Ehningen und zum Beispiel Cedric Fais als Spieler schließt sich ein Kreis zur Aktion „MUT gegen rechte Gewalt“ aus dem Jahr 2009. Der „Stern“ (und die Lokalpresse) berichtete damals:

01.07.2009
Mutiger als Energie Cottbus…

..ist derzeit die D-Jugend des TSV Ehningen, das liegt zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Das Team spielt in Zukunft im Trikot mit der Aufschrift „Mut-gegen-rechte-gewalt.de“ – auf eigenen Wunsch der Mannschaft. Diese Woche fand die „Trikot-Premiere“ statt. Der Bürgermeister Ehningens, Claus Unger, übergab persönlich das erste Trikot. Eine Reportage über das couragierte Team und seine Beweggründe folgt. Zuvor muss aber über den 2.Bundesligisten Energie Cottbus gelästert werden…

Dass ein Verein auch ganz anders reagieren kann, zeigt die Trikotwahl des schwäbischen TSV Ehningen:

Die ‚mutigen‘ Trikots wurden am 1. Juli durch den Bürgermeister Ehningens offiziell übergeben. Der Verein hatte sich selber für den MUT-gegen-rechte-Gewalt Banner entschieden und die Trikots sogar aus eigener Kasse finanziert. Ehningens D-Jugend-Spieler Cedric Fais (Foto) erläuterte zunächst, was für ihn und seine Mitspieler „Mut gegen rechte Gewalt“ bedeutet: „Der TSV Ehningen schaut nicht zu, wenn jemand rassistisch beleidigt wird.“

Cedric Fais als Vertreter der D-Jugend umringt von Bürgermeister Unger, Jugendrefertent Hubert Würth und Wolfgang Peuker (v.l.n.r)

Fußball-Abteilungsleiter und TSV-Vorstandsmitglied Wolfgang Peuker betonte die Wichtigkeit, gegen Gewalt jeglicher Form einzustehen, „egal ob sie von links oder rechts kommt. Wir projektieren als Fußballer die rechte Gewalt, weil sie auf den Sportplätzen ein Thema ist – mit linker Gewalt hatten wir als Fußballer noch nicht zu tun.“
Bürgermeister Claus Unger bedankte sich beim TSV Ehningen und beim Familienreferat der Gemeinde für die Umsetzung des Themas mit den Jugendlichen. „Sie machen einen tollen Job. Die Gemeinde steht beim Thema voll hinter Ihnen.“
Der Familienreferent der Gemeinde Ehningen, Hubert Würth, lobte die D-Jugendlichen für ihre kostruktive Mitarbeit zum Thema und wünschte allen Spielern für ihre Zukunft, „dass ihr das Motto nicht nur auf dem Trikot, sondern auch in eurem Herzen tragt.“ Im Verein kommt noch etwas dazu: In der Jugendarbeit wird auch gemeinsam über das Thema gesprochen und in einem Workshop wurden von den Nachwuchsspielern eigene Positionen und Regeln erarbeitet. Vorbildlicher kann Fussballjugendarbeit kaum sein.